Testplanung

29.1.2015

Bieler AGGLOlac-Konzept überzeugt die Jury

Das städtebauliche Konzept «citélac» des Teams Bauzeit Architekten wird als Grundlage für die weitere AGGLOlac-Planung dienen. Die Testplanung bestätigte das Potenzial des Vorschlags der Bieler Architekten.

Die Planung des neuen Stadtquartiers AGGLOlac am Ufer des Bielersees hat einen grossen Schritt vorwärts gemacht. Nach Abschluss des Testplanungsverfahrens hat die Jury aus fünf Vorschlägen jenen ausgewählt, der weiterbearbeitet wird. Es handelt sich um das städtebauliche Konzept «citélac» des Teams um das Bieler Büro Bauzeit Architekten. Dieses überzeugte das Beurteilungsgremium aus Fachleuten sowie Vertretern der Projektgesellschaft AGGLOlac schon im vorangegangenen Ideenwettbewerb.

Die Testplanung hat nun bestätigt, dass «citélac» das grösste Potenzial hat, die hohen Anforderungen an das Grossprojekt zu erfüllen. Überzeugt haben insbesondere folgende Merkmale des Konzepts:

  • Das Bebauungsmuster erzeugt grösstmögliche Durchlässigkeit zwischen dem See und dem Wohnquartier – Stadt und Landschaft sind harmonisch verbunden.
  • Die Verlängerung des Barkenhafens bringt den See tief in die urbane Zone und ermöglicht die Schaffung attraktiver öffentlicher Bereiche am Wasser.
  • Die grosszügige Freifläche zwischen Bieler und Nidauer Strandbad bewahrt den Erholungsraum am Seeufer und wertet ihn auf.
  • Südlich der Verlängerung des Barkenhafens besteht das Potenzial zur städtebaulichen Verdichtung in Form eines oder mehrerer Hochhäuser.

Der Vorsitzende des Beurteilungsgremiums Fritz Schumacher äussert sich zufrieden mit den Erkenntnissen der Testplanung: «Sie hat uns ermöglicht, über die fünf besten Projekte noch einmal vertieft nachzudenken. Der Entscheid zugunsten von ‹citélac› bestätigt das Resultat des Ideenwettbewerbs: Das Vorhaben ist komplex, aber umsetzbar.» Christoph Caviezel, CEO des privaten AGGLOlac-Partners Mobimo, teilt Schumachers Sicht: «Das neue Quartier muss hohe Erwartungen der Bevölkerung erfüllen, sich harmonisch in die einzigartige Umgebung einfügen und gleichzeitig zum Modell für die Stadt von morgen werden – das Konzept ‹citélac› zeigt den Weg auf, wie wir diese Ziele auch wirtschaftlich erreichen können.»

Besonders hoch sind die Erwartungen der Bevölkerung wie auch der Gemeindeinitiative Publilac hinsichtlich der öffentlichen Erholungszone vom Bieler bis zum Nidauer Strandbad. Entsprechende Voten in der Mitwirkung vom Januar/Februar 2014 haben sich im überarbeiteten Konzept «citélac» bereits niedergeschlagen. Im Zuge der Weiterentwicklung des Projekts ist vorgesehen, den grosszügig angelegten öffentlichen Uferbereich noch weiter zu optimieren und zu attraktivieren. Das Versprechen der AGGLOlac-Projektgesellschaft, den Anliegen einer breiten Öffentlichkeit bei der Planung einen hohen Stellenwert einzuräumen, wird mit «citélac» somit bestmöglich eingelöst.

Sehr zuversichtlich sind deshalb auch die Vertreter der beteiligten Städte. Der Bieler Stadtpräsident Erich Fehr: «Im gegenwärtigen Bearbeitungsstand ist ‹citélac› eine hervorragende Grundlage, um ein mehrheitsfähiges Projekt im Interesse der ganzen Agglomeration zu entwickeln.»

Auch seine Nidauer Amtskollegin Sandra Hess ist überzeugt, dass das Konzept von «citélac» der ganzen Bevölkerung Vorteile bringen wird: «Mit diesem Quartier entsteht neue Lebensqualität am See – mit herrlichen Wohnlagen und Arbeitsräumen, mit grosszügigen Freizeitflächen und einer urbanen Hafenpromenade. Eine Bereicherung für uns alle!»

Auch nach Abschluss der Testplanung ist der Weg noch weit, bis auf dem ehemaligen Expo-Gelände gebaut werden kann. Als nächstes wird die Projektgesellschaft AGGLOlac auf der Basis von «citélac» die baurechtlichen Grundlagen der Seeuferzone überarbeiten. Die Nidauer Bevölkerung sollte in etwa zwei Jahren über die Anpassung des Zonenplans abstimmen können.

Lago Lodge: Umzug ans Wasser denkbar
Gemäss «citélac» soll das Backpackers Hostel und Bistro Lago Lodge der AGGLOlac-Wohnüberbauung weichen. «citélac» schlägt deshalb vor, die Lago Lodge an die neue Hafenanlage zu «verpflanzen». Der Vorschlag schafft aber kein Präjudiz und zeigt nur eine Möglichkeit auf, wie der beliebte Nidauer Treffpunkt erhalten werden könnte. AGGLOlac wird den heutigen Standort der Lago Lodge frühestens in zehn Jahren beanspruchen. Da die Lago Lodge über einen noch 63 Jahre laufenden Baurechtsvertrag verfügt, müsste die Projektgesellschaft AGGLOlac dem Unternehmen Realersatz in gleicher Qualität leisten.